Was sind die wichtigsten Funktionen moderner ERP-Software?

Was sind die wichtigsten Funktionen moderner ERP-Software?

Autor

Picture of Christian Litzba
Christian Litzba
Mein Schwerpunkt liegt auf der strategischen Beratung und Begleitung von Kunden in der IT-Branche. Bei DPS Business Solutions beschäftige ich mich insbesondere damit, Kundenanforderungen zu verstehen, passende Lösungsansätze zu entwickeln und langfristige Beziehungen aufzubauen. Dabei bringe ich langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Kundenbetreuung, Strategie und digitaler Kommunikation ein.

Wie DPS Business Solutions (DPS|BS) aus der Praxis mit mittelständischen ERP-Projekten bestätigt, bündelt moderne ERP-Software zentrale Geschäftsprozesse und Daten eines Unternehmens in einem System. Zu den wichtigsten ERP-Funktionen gehören Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf und Beschaffung, Warenwirtschaft und Lager, Vertrieb und Auftragsmanagement sowie – abhängig vom Geschäftsmodell – Produktion, Projektmanagement und Service. Hinzu kommen Reporting, Business Intelligence sowie Workflows zur Automatisierung von Prozessen.

Moderne ERP-Software: Mehr als klassische Kernfunktionen

Moderne ERP-Systeme gehen jedoch über diese klassischen Kernfunktionen hinaus. Sie stellen aktuelle Daten und Analysen bereit, automatisieren Abläufe und lassen sich über Schnittstellen und APIs mit weiteren Anwendungen verbinden. Cloud- und Hosting-Modelle, mobile Nutzung und zunehmend künstliche Intelligenz erweitern die Möglichkeiten zusätzlich.

Welche ERP-Funktionen ein Unternehmen tatsächlich benötigt, hängt von Branche, Geschäftsmodell, Unternehmensgröße und bestehender Systemlandschaft ab. Entscheidend ist deshalb nicht die größtmögliche Zahl an Funktionen, sondern ob das ERP die geschäftskritischen Prozesse durchgängig unterstützt und sich flexibel weiterentwickeln lässt.

Das entspricht auch der grundsätzlichen Marktlogik: ERP-Funktionen werden typischerweise nach betrieblichen Modulen wie Einkauf, Finanzen, Produktion, Projektmanagement, Vertrieb oder Warenwirtschaft gegliedert; zugleich unterscheiden sich die tatsächlich benötigten Funktionen nach Unternehmen und Branche. (ERP Deutschland)

Die wichtigsten ERP-Funktionen im Überblick

Das Finanz- und Rechnungswesen gehört zu den zentralen Funktionsbereichen einer ERP-Software. Geschäftsvorfälle aus Einkauf, Vertrieb und anderen Unternehmensbereichen fließen hier zusammen und können ohne erneute Datenerfassung weiterverarbeitet werden.

Typische Funktionen sind:
  • Finanzbuchhaltung
  • Debitoren- und Kreditorenverwaltung
  • Anlagenbuchhaltung
  • Kostenrechnung
  • Zahlungsverkehr
  • Liquiditätsplanung
  • Budgetierung und Planung
  • Finanzberichte und Controlling

 

Der Vorteil einer integrierten ERP-Lösung liegt vor allem in der gemeinsamen Datenbasis: Ein erfasster Auftrag, eine Warenbewegung oder eine Eingangsrechnung kann unmittelbar in nachgelagerte kaufmännische Prozesse einfließen. Damit sinkt der Aufwand für Mehrfacherfassungen und aktuelle Finanzinformationen stehen schneller zur Verfügung.

ERP-Software unterstützt den Beschaffungsprozess vom ermittelten Bedarf bis zum Wareneingang und zur Rechnungsprüfung. Einkaufs- und Bestandsdaten können dabei miteinander verknüpft werden.

Typische Funktionen sind:
  • Lieferanten- und Konditionsverwaltung
  • Bedarfsermittlung
  • Anfragen und Angebotsvergleiche
  • Bestellwesen
  • Wareneingang
  • Rechnungsprüfung
  • Auswertungen zu Lieferanten und Beschaffung

 

Moderne Systeme können zusätzlich Workflows und Automatisierungen nutzen, beispielsweise um Bestellvorschläge auf Basis definierter Bestände zu erzeugen oder Freigaben automatisch anzustoßen.

Für Handels- und Produktionsunternehmen gehört die transparente Steuerung von Waren und Materialien zu den wichtigsten ERP-Funktionen. Das System verbindet Artikel-, Bestands-, Einkaufs-, Verkaufs- und Bewegungsdaten.

Dazu gehören beispielsweise:
  • Artikel- und Stammdatenverwaltung
  • Lagerverwaltung
  • Bestandsüberwachung
  • Disposition
  • Inventur
  • Chargen- und Seriennummernverwaltung
  • Warenein- und -ausgang
  • Versand und Logistik

 

Aktuelle Bestandsinformationen helfen dabei, Überbestände ebenso zu vermeiden wie fehlende Waren oder Materialien. Gerade hier zeigt sich der Vorteil integrierter Prozesse: Verkauf, Einkauf, Lager und gegebenenfalls Produktion arbeiten mit derselben Informationsbasis.

Erfahren Sie, welche wichtigen Funktionen moderne ERP-Software bieten sollte und worauf es bei Auswahl und Einführung ankommt.

Im Vertrieb bildet ERP-Software häufig den vollständigen kaufmännischen Prozess ab – vom Angebot bis zur Rechnung.

Typische Funktionen sind:
  • Angebotserstellung
  • Auftragsbearbeitung
  • Preis- und Konditionsverwaltung
  • Verfügbarkeitsprüfung
  • Lieferung und Versand
  • Rechnungsstellung
  • Retouren und Gutschriften
  • Auswertungen zu Kunden, Aufträgen und Umsätzen

 

Mitarbeiter können dadurch auf zentrale Informationen zu Kunden, Artikeln, Preisen, Verfügbarkeiten und bisherigen Vorgängen zugreifen. Gleichzeitig stehen die im Vertrieb entstehenden Daten unmittelbar für Lager, Einkauf, Finanzwesen oder Produktion zur Verfügung.

Für produzierende Unternehmen erweitert sich der benötigte ERP-Funktionsumfang erheblich. Produktionsplanung und -steuerung beziehungsweise PPS-Funktionen gehören hier zu den zentralen Anforderungen. Auch aktuelle Marktübersichten führen Produktion als eigenen ERP-Funktionsbereich und verknüpfen ihn unter anderem mit Materialplanung und Kapazitätssteuerung. (ERP Deutschland)

Typische Funktionen sind:
  • Stücklisten
  • Arbeitspläne
  • Materialbedarfsplanung
  • Fertigungsaufträge
  • Kapazitätsplanung
  • Betriebs- und Maschinendatenerfassung
  • Qualitätsmanagement
  • Chargen- und Seriennummern
  • Rückverfolgbarkeit

 

Welche Funktionen benötigt werden, hängt stark von der Fertigungsart und Branche ab. Ein Serienfertiger stellt andere Anforderungen an sein ERP als ein Maschinen- und Anlagenbauer mit komplexer Projektfertigung.

Nicht jedes Unternehmen benötigt Produktionsfunktionen. Bei Dienstleistern und projektorientierten Unternehmen stehen stattdessen häufig Projekte und Ressourcen im Mittelpunkt.

ERP-Funktionen können hier beispielsweise umfassen:
  • Projektplanung
  • Ressourcenplanung
  • Zeit- und Leistungserfassung
  • Projektbudgets
  • Kostenkontrolle
  • Projektabrechnung
  • Projektcontrolling
  • Serviceaufträge

 

Der Vorteil der ERP-Integration besteht darin, operative Projektdaten unmittelbar mit kaufmännischen Informationen zu verbinden. Verantwortliche sehen dadurch nicht nur den Projektfortschritt, sondern auch Kosten, Erlöse und Wirtschaftlichkeit.

ERP-Systeme sammeln große Mengen betrieblicher Daten. Reporting und Business Intelligence machen diese Informationen für operative und strategische Entscheidungen nutzbar.

Dazu gehören:
  • Dashboards
  • Kennzahlen und KPIs
  • individuelle Auswertungen
  • Soll-Ist-Vergleiche
  • Trendanalysen
  • Forecasts und Prognosen

 

Moderne ERP-Systeme entwickeln sich damit von reinen Verwaltungssystemen zunehmend zu Informations- und Entscheidungsplattformen. Auch branchenübergreifend werden Analyse und Automatisierung als grundlegende ERP-Fähigkeiten eingeordnet. 

Eine der wichtigsten Entwicklungen moderner ERP-Software ist die zunehmende Automatisierung von Geschäftsprozessen.

Das kann beispielsweise bedeuten, dass:
  • Bestellvorschläge automatisch entstehen,
  • Freigaben nach definierten Regeln angestoßen werden,
  • Verantwortliche bei Abweichungen informiert werden,
  • Dokumente automatisch einem Vorgang zugeordnet werden oder
  • nachgelagerte Prozessschritte ohne erneute Dateneingabe starten.

 

Der eigentliche Mehrwert liegt dabei nicht in der Automatisierung einzelner Klicks. Moderne ERP-Software verbindet Daten und Arbeitsschritte zu möglichst durchgängigen Prozessen über Abteilungsgrenzen hinweg.

Was zeichnet moderne ERP-Software zusätzlich aus?

Die klassischen ERP-Funktionen bilden die Grundlage. Moderne ERP-Software zeichnet sich jedoch nicht allein dadurch aus, welche Funktionen vorhanden sind, sondern auch dadurch, wie flexibel Prozesse, Daten und Anwendungen miteinander verbunden werden können.

1. Cloud, Hosting und flexible Betriebsmodelle

ERP-Software kann heute auf unterschiedliche Weise betrieben werden. Neben dem klassischen Betrieb auf eigener Infrastruktur kommen Hosting beziehungsweise Managed-Cloud-Modelle und Software-as-a-Service (SaaS) infrage.

Beim Hosting wird die ERP-Lösung in der Infrastruktur eines spezialisierten IT-Dienstleisters betrieben. Je nach Serviceumfang können auch Aufgaben wie Administration, Monitoring, Backup oder Security übernommen werden. Bei SaaS stellt der Anbieter Anwendung und Infrastruktur als Cloud-Service bereit und übernimmt weitgehend den technischen Betrieb und die Aktualisierung der Software.

Welches Betriebsmodell geeignet ist, hängt unter anderem von vorhandenen IT-Ressourcen, Sicherheitsanforderungen, gewünschter Kontrolle, Individualisierungsbedarf und Kostenstruktur ab.

Ein modernes ERP muss deshalb nicht zwangsläufig ein SaaS-System sein. Entscheidend ist, dass Software und Betriebsmodell zu den Anforderungen und zur IT-Strategie des Unternehmens passen.

2. Schnittstellen und APIs

ERP-Systeme arbeiten heute kaum noch isoliert. CRM, HR-Software, Dokumentenmanagement, E-Commerce, Logistiklösungen oder weitere Fachanwendungen müssen Informationen mit dem ERP austauschen können.

Moderne ERP-Software sollte deshalb über geeignete Schnittstellen und APIs verfügen. Sie ermöglichen den automatisierten Datenaustausch und helfen dabei, Geschäftsprozesse über Systemgrenzen hinweg abzubilden.

Für Unternehmen ist dabei nicht nur die Anzahl vorhandener Schnittstellen relevant. Wichtig ist auch, ob APIs dokumentiert sind, sich neue Anwendungen flexibel integrieren lassen und bestehende Integrationen bei Updates zuverlässig weiter funktionieren.

3. Aktuelle Daten, Reporting und Analytics

Moderne ERP-Systeme stellen aktuelle Unternehmensinformationen für Dashboards, Analysen, Forecasts und Entscheidungen bereit. Entscheidend ist eine konsistente Datenbasis – insbesondere, wenn Daten zusätzlich für Automatisierung und KI genutzt werden sollen.

4. Mobile und ortsunabhängige Nutzung

Geschäftsprozesse finden längst nicht mehr ausschließlich am klassischen Büroarbeitsplatz statt. Mitarbeitende im Vertrieb, Service, Lager oder Management benötigen Informationen teilweise unterwegs oder direkt am Ort des Geschehens.

Je nach Einsatzbereich können moderne ERP-Lösungen deshalb über Browser, mobile Anwendungen oder speziell auf bestimmte Rollen zugeschnittene Oberflächen genutzt werden.

Entscheidend ist nicht, jede ERP-Funktion auf dem Smartphone verfügbar zu machen. Die für eine Aufgabe relevanten Informationen und Prozesse sollten dort zugänglich sein, wo sie benötigt werden.

5. Automatisierung und intelligente Workflows

Moderne Automatisierung geht über einzelne ERP-Arbeitsschritte hinaus. Workflows können Prozesse auch über verschiedene Bereiche und Anwendungen hinweg steuern – mit dem Ziel, manuelle Übergaben, Mehrfacherfassungen und Medienbrüche zu reduzieren.

KI für Sage 100:
Lernen Sie JAIra kennen!​

JAIra macht die Daten und das Wissen aus Ihrer Sage 100 intelligent nutzbar – für schnelle Antworten, mehr Überblick und effizientere Prozesse.

jetzt JAIra entdecken

Welche Rolle spielt KI in moderner ERP-Software?

Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten von ERP-Systemen zunehmend. Während klassische ERP-Auswertungen häufig eine konkrete Abfrage oder einen definierten Bericht voraussetzen, kann KI dabei helfen, größere Datenmengen zu analysieren, Muster zu erkennen und Informationen leichter zugänglich zu machen.

Mögliche Einsatzfelder sind beispielsweise:
  • Prognosen und Trendanalysen
  • Erkennung von Auffälligkeiten und Abweichungen
  • Analyse von Kunden-, Artikel- und Vorgangsdaten
  • intelligente Dokumentenverarbeitung
  • Unterstützung bei wiederkehrenden Aufgaben
  • natürlichsprachliche Suche nach Unternehmensinformationen
  • Vorbereitung oder Automatisierung einzelner Prozessschritte

 

Damit verändert sich auch die Interaktion mit Unternehmenssoftware. Anwender müssen perspektivisch nicht immer wissen, wo sich eine Information im ERP befindet oder welche Auswertung sie dafür aufrufen müssen. KI kann einen direkteren Zugang zu vorhandenem Unternehmenswissen ermöglichen.

Entscheidend ist die Datenbasis

KI macht aus schlechten oder fehlenden Daten keine verlässlichen Informationen. Datenqualität, Zugriffsrechte und die Integration der relevanten Unternehmensinformationen werden deshalb noch wichtiger.

Unternehmen sollten bei KI-Funktionen im ERP unter anderem prüfen:
  • Auf welche Daten kann die KI zugreifen?
  • Wo und wie werden diese Daten verarbeitet?
  • Wie werden Zugriffs- und Berechtigungsregeln berücksichtigt?
  • Sind Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar?
  • Wie integriert sich die KI in bestehende Geschäftsprozesse?

 

Bei der ERP-Auswahl sollte deshalb nicht allein die Frage „Hat das System KI?“ entscheidend sein. Wichtiger ist, welchen konkreten Nutzen die KI im Arbeitsalltag schafft und wie sicher sie mit den Unternehmensdaten arbeitet.

ERP-Praxiswissen von DPS Business Solutions

DPS Business Solutions begleitet mittelständische Unternehmen bei der Auswahl, Einführung und Weiterentwicklung moderner ERP-Lösungen. Unsere Erfahrung reicht von Sage 100, Sage Intacct und Sage Operations über Systemintegration und Schnittstellen bis zu Hosting, IT-Betrieb und dem Einsatz von KI im ERP-Umfeld.

Welche ERP-Funktionen benötigen Unternehmen?

Welche Funktionen eine ERP-Software bieten sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Handelsunternehmen hat andere Kernprozesse als ein produzierendes Unternehmen oder ein projektorientierter Dienstleister. Auch Unternehmensgröße, Geschäftsmodell, bestehende Anwendungen und zukünftige Entwicklung beeinflussen den benötigten Funktionsumfang.

Eine ERP-Auswahl sollte deshalb nicht mit einer möglichst langen Funktionsliste beginnen, sondern mit den geschäftskritischen Prozessen des Unternehmens.

ERP-Funktionen für Handelsunternehmen

Im Handel stehen Warenströme im Mittelpunkt. Besonders relevant sind deshalb Warenwirtschaft, Einkauf, Lager und Bestandsführung, Disposition, Vertrieb, Logistik sowie Finanzwesen und Controlling.

Je nach Geschäftsmodell kommen E-Commerce, mehrere Verkaufskanäle, Lager oder Standorte sowie die Integration von Shops, Marktplätzen und Logistikdienstleistern hinzu. Entscheidend ist, dass Informationen über Artikel, Bestände, Aufträge und Lieferfähigkeit aktuell und systemübergreifend verfügbar sind.

ERP-Funktionen für Fertigungsunternehmen

Produzierende Unternehmen benötigen zusätzlich Funktionen für Materialbedarfsplanung, Stücklisten und Arbeitspläne, Produktions- und Kapazitätsplanung, Fertigungsaufträge, Qualität und Rückverfolgbarkeit. Hinzu kommen die kaufmännischen ERP-Funktionen aus Einkauf, Lager, Vertrieb und Finanzwesen.

Wie umfangreich die Produktionsfunktionen sein müssen, hängt von Fertigungsart und Branche ab. Serien-, Varianten- und projektorientierte Einzelfertigung stellen unterschiedliche Anforderungen an Planung und Steuerung.

ERP-Funktionen für Dienstleister und projektorientierte Unternehmen

Hier stehen häufig Projekt- und Ressourcenplanung, Zeit- und Leistungserfassung, Budgets, Kosten, Abrechnung sowie Projektcontrolling im Mittelpunkt.

Besonders wichtig ist die Verbindung operativer und kaufmännischer Daten: Verantwortliche sollten Projektfortschritt, Leistungen, Kosten und Wirtschaftlichkeit gemeinsam beurteilen können.

Muss moderne ERP-Software alle Unternehmensbereiche abdecken?

Nein. Ein modernes ERP-System muss nicht jede benötigte Unternehmensfunktion selbst bereitstellen.

In vielen Unternehmen bildet das ERP den betriebswirtschaftlichen Kern einer vernetzten Systemlandschaft. Spezialisierte Anwendungen übernehmen weitere Aufgaben und tauschen ihre Daten mit dem ERP aus.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein für:
  • CRM: Kundenbeziehungen, Vertriebsaktivitäten und Marketing
  • HR: Personalmanagement, Recruiting, Entgeltabrechnung oder Zeitwirtschaft
  • DMS: Dokumentenmanagement, Archivierung und dokumentenbasierte Workflows
  • E-Commerce: Shops und digitale Vertriebskanäle
  • Business Intelligence: weiterführende Analysen und Datenvisualisierung
  • branchenspezifische Anwendungen: besondere Prozesse, die ein Standard-ERP nicht oder nicht ausreichend abbildet

 

Entscheidend ist deshalb weniger die Frage, ob möglichst viele Funktionen unter einem Produktnamen angeboten werden. Viel wichtiger ist, wie gut ERP und spezialisierte Anwendungen miteinander kommunizieren und ob daraus durchgängige Geschäftsprozesse entstehen.

Ein Auftrag aus einem E-Commerce-System sollte beispielsweise ohne manuelle Neuerfassung ins ERP gelangen, Dokumente sollten Geschäftsvorgängen zugeordnet und relevante Daten systemübergreifend für Analysen genutzt werden können.

Ein modernes ERP muss also nicht alles können – es muss das Richtige können und sich mit den richtigen Systemen verbinden lassen.

Welche ERP-Funktionen sind wirklich notwendig?

Bei der Auswahl hilft es, Anforderungen zu priorisieren. Eine bewährte Unterscheidung ist:

1. Muss-Anforderungen
Funktionen, ohne die geschäftskritische Prozesse nicht oder nicht ausreichend funktionieren.

2. Soll-Anforderungen
Funktionen, die einen deutlichen Mehrwert schaffen, aber nicht zwingend zum Start vorhanden sein müssen.

3. Kann-Anforderungen
Wünschenswerte Funktionen, die für die Entscheidung eine geringere Priorität besitzen.

Diese Priorisierung verhindert, dass eine ERP-Auswahl zu einem Vergleich möglichst langer Feature-Listen wird.

Ein größerer Funktionsumfang macht eine ERP-Lösung nicht automatisch geeigneter. Entscheidend ist, ob sie die relevanten Prozesse zuverlässig unterstützt und genügend Entwicklungsspielraum für zukünftige Anforderungen bietet.

Nicht nur den heutigen Bedarf betrachten

ERP-Systeme werden über viele Jahre eingesetzt. Wachstum, zusätzliche Standorte, Internationalisierung, neue Geschäftsmodelle, steigende Datenmengen sowie neue Automatisierungs- und KI-Anwendungen können die Anforderungen verändern.

Nicht jede zukünftige Funktion muss bereits heute eingeführt werden. Das ERP sollte aber technologisch und funktional in der Lage sein, sich mit dem Unternehmen weiterzuentwickeln.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl einer ERP-Lösung achten?

Die benötigten Funktionen sind ein zentraler Bestandteil der ERP-Auswahl – aber nicht der einzige. Eine langfristig passende ERP-Lösung sollte auch zur Unternehmensstrategie und bestehenden IT-Landschaft passen.

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören:

  • Funktionsumfang:
    Werden die geschäftskritischen Prozesse ausreichend unterstützt?
  • Integration:
    Lässt sich das ERP mit bestehenden und zukünftigen Anwendungen verbinden?
  • Technologie und Betriebsmodell:
    Passen Architektur, Cloud-, Hosting- oder On-Premises-Modell zur eigenen IT-Strategie?
  • Skalierbarkeit:
    Kann die Lösung mit Nutzern, Daten, Standorten und Geschäftsbereichen wachsen?
  • Daten und Sicherheit:
    Sind Datenqualität, Berechtigungen, Verfügbarkeit und Schutz angemessen berücksichtigt?
  • Wirtschaftlichkeit:
    Wie entwickeln sich Einführungskosten und laufende Total Cost of Ownership – und welcher Nutzen steht ihnen gegenüber?
  • ERP-Partner:
    Versteht der Partner Branche und Prozesse und kann er Einführung, Integration, Betrieb und Weiterentwicklung langfristig begleiten?

Von der Funktionsliste zur passenden ERP-Lösung

Welche Funktionen ein ERP grundsätzlich bieten kann, ist nur der Ausgangspunkt. Für die Auswahl müssen Sie klären, welche Anforderungen für Ihr Unternehmen entscheidend sind.

Unser Praxisleitfaden „Schritt für Schritt zur passenden ERP-Lösung“ zeigt Ihnen, wie Sie Anforderungen definieren, Kosten und Betriebsmodelle bewerten, ERP-Anbieter vergleichen und die Einführung vorbereiten. Eine praktische ERP-Auswahl-Checkliste unterstützt Sie dabei, potenzielle Lösungen strukturiert zu bewerten.

Praxisleitfaden kostenlos herunterladen

Häufige Fragen zu ERP-Software und ERP-Funktionen

Was sind die wichtigsten Funktionen eines ERP-Systems?

Zu den wichtigsten ERP-Funktionen gehören Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf und Beschaffung, Warenwirtschaft und Lager, Vertrieb und Auftragsmanagement sowie – je nach Unternehmen – Produktion, Projektmanagement und Service. Hinzu kommen Reporting, Business Intelligence und die Automatisierung von Geschäftsprozessen. Welche Funktionen tatsächlich benötigt werden, hängt von Branche, Geschäftsmodell und Unternehmensgröße ab.

Moderne ERP-Systeme verwalten nicht nur betriebswirtschaftliche Daten, sondern verbinden Prozesse und Anwendungen miteinander. Wichtige Merkmale sind Automatisierung, aktuelle Daten und Analysen, APIs und Schnittstellen, mobile Nutzung, flexible Cloud- und Hosting-Modelle sowie zunehmend KI-Funktionen. Entscheidend ist außerdem, dass sich das ERP skalieren und an zukünftige Anforderungen anpassen lässt.

Das hängt vor allem von den Geschäftsprozessen ab. Handelsunternehmen benötigen häufig starke Funktionen für Warenwirtschaft, Einkauf, Lager, Vertrieb und Logistik. In der Fertigung kommen Produktionsplanung, Materialbedarf, Kapazitäten und Qualität hinzu. Für Dienstleister sind Projekt-, Ressourcen- und Leistungssteuerung besonders relevant. Funktionen sollten deshalb anhand der tatsächlichen Prozesse priorisiert werden.

Nein. Ein ERP muss nicht alle Unternehmensfunktionen selbst abdecken. CRM-, HR-, DMS-, E-Commerce- oder andere Fachlösungen können spezialisierte Aufgaben übernehmen. Wichtig ist, dass diese Anwendungen über geeignete Schnittstellen mit dem ERP verbunden werden und Daten ohne unnötige Mehrfacherfassung ausgetauscht werden können. Das ERP bildet dabei häufig den betriebswirtschaftlichen Kern der Systemlandschaft.

Automatisierung reduziert manuelle Arbeitsschritte und kann beispielsweise Freigaben, Benachrichtigungen oder nachgelagerte Prozesse automatisch anstoßen. KI erweitert diese Möglichkeiten, etwa durch Prognosen, Datenanalysen, Anomalieerkennung, Dokumentenverarbeitung oder natürlichsprachliche Abfragen von Unternehmensinformationen. Entscheidend sind eine zuverlässige Datenbasis, geeignete Berechtigungen und ein konkreter Nutzen im Geschäftsprozess.

Ein geeigneter Sage ERP-Partner sollte nicht nur die eingesetzte Sage-Lösung beherrschen, sondern auch die Geschäftsprozesse und Anforderungen des Unternehmens verstehen. Relevant sind unter anderem Erfahrung mit vergleichbaren Projekten, Integrationskompetenz, ein strukturiertes Vorgehen bei Einführung und Datenmigration sowie Leistungen für Support und Weiterentwicklung. Je nach IT-Strategie können auch Hosting und technischer Betrieb wichtige Auswahlkriterien sein. Sage selbst hebt bei Business Partnern insbesondere Branchenkenntnis und professionelle Dienstleistungen hervor

Für Sie empfohlen...

Mehr aus dem Blogbereich

GET IN TOUCH
SUPPORT

Zu unseren Hotline-Flatrates:

hier anfragen

SCHNELLE HILFE BEI DER ABRECHNUNG:
NOTFALLSERVICE

Notfall bei der Entgeltabrechnung?
Wir springen ein!

Wir übernehmen kurzfristig die Durchführung Ihrer Entgeltabrechnung und überbrücken personelle oder technische Engpässe zuverlässig.

Remote oder vor Ort. Schnell und unkompliziert

DPS|BS
Zukunftssichere Digitalisierung für den Mittelstand