5 Tipps für digitales Recruiting

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Susann Schneider
Susann ist seit vielen Jahren im IT-Marketing unterwegs und hat sich auf HR, People und Learning Solutions spezialisiert. Sie teilt ihre Insights zu aktuellen HR-Trends und Herausforderungen, vor allem im Zusammenhang mit der HR-Digitalisierung, um Personalabteilungen durch smarte Lösungen den Rücken freizuhalten, Themen wie Work-Life-Balance, Fachkräftemangel oder New Generation zu meistern und sich von administrativer Arbeit zu befreien.

Wie finden Unternehmen auf dem heutigen Arbeitsmarkt gut qualifizierte Arbeitskräfte? Diese Frage treibt Führungskräfte und Personalverantwortliche in Firmen aller Größe um. Zwar herrscht in Deutschland bisher kein flächendeckender Mangel an qualifiziertem Fachpersonal, jedoch sind einzelne Branchen und Regionen stark betroffen. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Studie „Mittelstandsbarometer“ von Ernst & Young gaben 70% der 1.150 befragte Unternehmen an, es falle schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Glücklicherweise sind Arbeitgeber dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert, sondern können vielfältige Maßnahmen ergreifen, um auf dem Arbeitsmarkt gut sichtbar zu sein und Fachkräfte von sich zu überzeugen. Neben dem Aufbau der eigenen Arbeitgebermarke (Employer Branding) unterstützt ein digitales Recruiting die Personalgewinnung und entlastet dabei gleichzeitig die HR-Verantwortlichen.

In den folgenden 5 Tipps fassen wir die wichtigsten Eckpunkte für den Aufbau oder die Weiterentwicklung für ein erfolgreiches digitales Recruiting zusammen.

Digitales Recruiting – darauf kommt es an:

1. Ansprechende und aussagekräftige Stellenanzeigen

Es mag trivial klingen, aber ansprechende und aussagekräftige Stellenanzeigen sind die halbe Miete – auch für das digitale Recruiting. Gut qualifizierte Bewerber haben am heutigen Arbeitsmarkt häufig die Wahl zwischen mehreren Unternehmen. Der erste Eindruck ist daher enorm wichtig. Und dieser beginnt beim Lesen der Stellenanzeige. Ein modernes, übersichtliches Design ist ebenso entscheidend wie eine passende Tonalität sowie eine aussagekräftige Aufgaben- und Profilbeschreibung. Die Ansprache passend zur Zielgruppe und zur Unternehmenskultur zu wählen, sorgt von Beginn an für Authentizität. Suchen Sie beispielsweise vorwiegend Auszubildende, Trainees oder junge Fachkräfte, vermittelt das Duzen einen persönlicheren Eindruck.

2. Die richtige Zielgruppe am richtigen Ort

Digitales Recruiting bietet die Möglicheit, die reichweite Ihrer ausschreibungen zu erweitern. Jobportale wie StepStone, Monster oder Indeed sind die Klassiker bei Ausschreibungen von Stellen, jedoch längst nicht mehr die einzige Möglichkeit. Nur welche Plattform ist für Ihre Stellenanzeige die richtige? Das richtet sich danach, welche Zielgruppe Sie ansprechen möchten und wo diese nach Stellen sucht. Wollen Sie beispielsweise junge Nachwuchs- und Fachkräfte finden, lohnt sich ein Blick in soziale Medien. Auch berufliche Netzwerke wie XING oder LinkedIn bieten umfangreiche Möglichkeiten für Stellenanzeigen, die Sie gezielt einer bestimmten Personengruppe anzeigen lassen können. Für die Suche nach Auszubildenden oder Absolventen eignen sich neben Tik Tok und Instagram zudem Azubi-Messen oder Absolventen-Tage an Berufs- und Hochschulen. Bewerben Sie Ihre Präsenz auf Ihren digitalen Kanälen, denn auf diesen „Mini-Messen“ können Sie sich häufig mit einem eigenen Unternehmensstand beteiligen, Ihre Benefits als Arbeitnehmer präsentieren und direkt mit jungen Talenten ins Gespräch kommen.

3. Moderner Bewerbungsprozess mit den richtigen Tools

Der erste Schritt ist getan – Sie haben Bewerber auf sich aufmerksam gemacht. Nun gilt es, mit einem nutzerfreundlichen Bewerbungsprozess zu überzeugen. Dieser beginnt mit einem schlanken Bewerbungsformular in zeitgemäßem Design und möglichst wenigen Schritten.

Das Smartphone ist heute das wichtigste Gerät für die Jobsuche. Entsprechend muss Ihre Karriereseite im responsive Design funktionieren: Oberfläche, Ladezeit und Bedienbarkeit müssen mobil ebenso gut sein wie am Desktop. Viele Unternehmen verzichten inzwischen auf das klassische Anschreiben und setzen auf Lebenslauf plus Qualifikationsnachweise, um die Einstiegshürde zu senken.

Ein Bewerbermanagementsystem (BMS) erleichtert die Verwaltung offener Stellen und eingehender Bewerbungen, beschleunigt interne Abstimmungen und sorgt für eine strukturierte Kommunikation. Immer häufiger kommen dabei Automatisierungen und Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz:

  • Automatisierte Vorauswahl gleicht Bewerbungsunterlagen mit Stellenanforderungen ab und filtert passende Kandidaten vor.

  • Chatbots beantworten häufige Fragen zum Bewerbungsprozess rund um die Uhr.

  • Predictive Analytics unterstützt bei der Einschätzung, welche Bewerber langfristig gut ins Unternehmen passen könnten.

  • Automatisierte Kommunikation versendet Statusmeldungen, Terminbestätigungen oder Absagen schnell und einheitlich.

Richtig eingesetzt, verbessern diese Technologien die Candidate Experience und entlasten HR-Teams – vorausgesetzt, sie sind transparent, fair und vor allem DSGVO-konform gestaltet.

Tipp

Karriereseiten im Wandel: Wie SEO und KI die Sichtbarkeit im Recruiting beeinflussen

Jobs werden heute immer häufiger direkt über KI-Tools wie ChatGPT gefunden – klassische Suchmaschinen und Jobportale verlieren an Bedeutung. Ohne eine sichtbare, KI-optimierte Karriereseite geht wertvolles Potenzial verloren.

Erfahren Sie im Webinar, wie Sie Ihre Karriereseite für die neue Suche fit machen – und mit den richtigen Tools unabhängig, sichtbar und erfolgreich rekrutieren.

Kostenfreies Webinar

Dieses Webinar richtet sich an alle Interessenten die ihre Recruiting-Prozesse fit für die Anforderungen rund um SEO und KI machen wollen.

4. Kommunizieren und informieren

Stellen Sie eine persönliche Ansprechperson für Rückfragen bereit, die den gesamten Prozess begleitet – die Kontaktdaten zusammen mit einem Foto vermitteln Nähe. Eine transparente und zügige Kommunikation kann Ihnen viele Pluspunkte verschaffen. Kein Bewerber ist erfreut, wenn er nach einem Bewerbungsgespräch wochenlang auf Rückmeldung wartet. Nimmt der Auswahlprozess überdurchschnittlich viel Zeit in Anspruch – beispielsweise durch längere interne Abstimmungen oder Assessment Center – lohnt sich eine kurze Zwischeninformation an die Kandidaten, um den guten Eindruck fortzusetzen.

5. Arbeitgeberbewertungen

Laut einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom haben sich 47% der InternetnutzerInnen schon einmal online über Arbeitgeberbewertungen informiert – Tendenz steigend. Bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers können Bewertungen eine beträchtliche Rolle spielen: 44% der Befragten, die sich online über einen Arbeitgeber informiert haben, gaben an, dass die Bewertungen ihre Entscheidung für einen Job-Wechsel beeinflusst hat. Höchste Zeit also, einen Blick auf Portale wie Kununu, meinChef oder glassdoor zu werfen und zu prüfen, ob Ihr Unternehmen dort bewertet wurde. Falls bereits Bewertungen abgegeben wurden, ist es sinnvoll, sich mit einem Arbeitgeber-Kommentar für positive Bewertungen zu bedanken und auf negative Eindrücke konstruktiv zu reagieren. Damit wirkt Ihr Unternehmen auf neue BewerberInnen automatisch ansprechbar und engagiert.

An den richtigen Stellen mit aussagekräftigen Anzeigen für die anzusprechende Zielgruppe sichtbar zu sein und den Bewerbungsprozess einfach und modern zu gestalten, sind die Basis für erfolgreiches digitales Recruiting. Kombiniert mit einer transparenten Kommunikation und persönlichen Begleitung während des Prozesses stehen die Chancen gut, Talente für Ihr Unternehmen zu gewinnen. Passende Tools wie eine HR-Software mit Recruiting-Funktionen, Karriereportale und Bewerbungsmanagementsysteme helfen Ihnen, die vielfältigen Aufgaben in der Fachkräftegewinnung möglichst einfach und zeitsparend zu bewältigen.

Leseempfehlung: DPS Business Solutions GmbH – ausgezeichnet als Top Company 2024 von kununu.

Neu 2025: Barrierefreies Recruiting

Seit Mitte 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für digitale Dienstleistungen. Das bedeutet: Bewerbungsprozesse müssen so gestaltet sein, dass auch Menschen mit Einschränkungen sie problemlos nutzen können. Dazu gehören screenreader-freundliche Formulare, ausreichende Farbkontraste, klare Navigation und die Vermeidung rein visueller Auswahlkriterien.
Wer diese Standards umsetzt, erfüllt nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern öffnet den Bewerbungsprozess für eine breitere Zielgruppe.

Praxis-Tipps:

  • Karriereseite mit Screenreadern testen

  • Farbkontraste nach WCAG-Standard gestalten

  • Alternative Bewerbungswege anbieten

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