Schon wieder Montag? #12

⚽️ Aufstellung ist alles: Was wir von der WM lernen können | ✅ 15-Minuten-Team-Check
15. Juni 2026
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Schon wieder Montag?

Ja, und die Fußball-WM ist gestartet. Plötzlich geht es wieder um Aufstellungen, Teamgeist und Matchpläne. Das klingt im ersten Moment nach Sport, passt aber genauso gut in die Arbeitswelt. Denn auch im Unternehmen entscheidet nicht nur, wer im Team ist, sondern ob Rollen klar sind, Prozesse funktionieren und alle zusammenspielen. Wie du checkst, ob dein Team funktioniert, erfährst du in dieser Ausgabe.

Uuund los! 🚀✨

🔦 Monday Spotlight

⚽️ Aufstellung ist alles: Was Unternehmen von der WM lernen können

Im Fußball sieht man ziemlich schnell, ob eine Mannschaft funktioniert. Wird miteinander gespielt oder laufen einfach elf Menschen gleichzeitig in dieselbe Richtung und hoffen, dass schon irgendwas passiert?

Im Unternehmen ist das manchmal weniger offensichtlich. Da merkt man erst später, dass Rollen unklar sind, Prozesse haken oder wichtige Aufgaben irgendwo zwischen „Ich dachte, du machst das“ und „War das nicht schon erledigt?“ verschwinden. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf die eigene Aufstellung. Denn egal ob auf dem Rasen oder im Unternehmen: Am Ende gewinnt selten das Team mit den größten Namen auf dem Papier. Entscheidend ist, ob alle wissen, was sie tun, ob Verantwortlichkeiten klar verteilt sind und ob aus einzelnen Talenten wirklich eine Mannschaft wird. Klingt simpel, ist es aber meistens nicht. Sonst wären einige Meetings ja auch kürzer.

Stars allein gewinnen keine Spiele

Natürlich braucht jedes Team gute Leute. Menschen mit Erfahrung, Ideen, Tempo, Überblick oder besonderer Fachkompetenz. Aber wer schon einmal in einem Projekt gearbeitet hat, weiß: Die besten Einzelspieler bringen wenig, wenn alle anderen nicht wissen, was sie tun.  Im Fußball sieht man das sofort. Nicht alle können gleichzeitig stürmen. Nicht alle können den genialen Pass spielen. Und wenn niemand absichert, wird es hinten sehr schnell sehr unangenehm. Im Unternehmen ist es ähnlich. Auch hier braucht es Menschen, die Ideen nach vorne bringen. Menschen, die strukturieren. Menschen, die kritisch nachfragen. Menschen, die Verantwortung übernehmen, wenn es kompliziert wird. Und ja, auch Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass der Laden läuft, während vorne jemand die Präsentation hält. Nur werden diese Rollen im Arbeitsalltag oft nicht so klar benannt. Da heißt es dann eher: „Wir machen das alle irgendwie zusammen.“ Was nett klingt. Aber nicht immer hilft.

Aufstellung ist Führungsaufgabe

Eine gute Führungskraft stellt nicht einfach nur ein Team zusammen und hofft, dass sich der Rest schon findet. Kann funktionieren, tut es aber meistens eher nicht. Führung bedeutet, aus einer Gruppe von Menschen ein arbeitsfähiges Gefüge zu machen. Also zu klären: Wer übernimmt welche Rolle? Wer braucht Entscheidungsspielraum? Wer braucht Rückendeckung? Wer ist gerade überlastet? Wer könnte mehr Verantwortung tragen? Und wer stabilisiert das Team, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen?

Gerade in mittelständischen Unternehmen wird viel über Fachkräftemangel, Recruiting und Produktivität gesprochen. Zurecht. Aber manchmal liegt ein großer Hebel nicht nur darin, neue Menschen zu gewinnen, sondern bestehende Teams besser aufzustellen. Denn ein Team kann fachlich stark sein und trotzdem nicht richtig ins Spiel kommen. Vielleicht fehlt nicht immer der nächste Superstar. Vielleicht fehlt manchmal einfach die klare Aufstellung.

Teamgeist ist kein Zufall

Teamgeist im Alltag zeigt sich darin, ob Informationen geteilt werden; ob Fehler angesprochen werden dürfen; ob Erfolge gemeinsam gefeiert werden; ob jemand einspringt, wenn es eng wird. Und ob Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen, statt nur ihre eigene Position zu verteidigen. Im Unternehmen entsteht Teamgeist nicht durch einen Obstkorb, ein Sommerfest oder den Satz „Wir sind wie eine Familie“ auf der Karriereseite. Ehrlich gesagt: Bei dem Satz zucken sowieso viele innerlich kurz zusammen.

Teamgeist entsteht durch tägliches Verhalten: Durch Führung, die zuhört. Durch Kollegen, die mitdenken. Durch klare Kommunikation, Verlässlichkeit und Strukturen, die Zusammenarbeit nicht schwerer machen, als sie ohnehin schon manchmal ist. Denn auch das beste Team verliert irgendwann die Lust, wenn es ständig gegen die eigenen Prozesse spielt.

Wenn der Matchplan nicht aufgeht

Kein Team geht ohne Plan ins Spiel. Aber jeder Plan kann kippen. Ein frühes Gegentor, eine Verletzung, ein überraschend starker Gegner. Plötzlich funktioniert nicht mehr, was vorher auf dem Papier noch sehr überzeugend aussah.

Auch Unternehmen kennen solche Momente. Ein Projekt verzögert sich. Eine Stelle bleibt länger unbesetzt. Ein Kunde entscheidet sich anders. Ein neues Tool bringt nicht die erhoffte Entlastung. Und dann zeigt sich, wie anpassungsfähig ein Team wirklich ist. Gute Teams halten nicht stur an einem Plan fest, nur weil er einmal beschlossen wurde. Sie merken, wenn etwas nicht funktioniert. Sie sprechen es an und justieren nach. Und sie schaffen es, Verantwortung nicht sofort als Schuldfrage zu behandeln, sondern als gemeinsamen Auftrag. In vielen Unternehmen wird lieber noch ein bisschen weitergemacht wie bisher, weil „wir das ja immer so gemacht haben“. Vielleicht ist eine der wichtigsten Parallelen zwischen Fußball und Arbeitswelt: Man gewinnt nicht, weil alles perfekt läuft. Man gewinnt, weil man mit dem umgehen kann, was nicht perfekt läuft.

Der stille Wert der unsichtbaren Rollen

Nicht jede wichtige Leistung ist laut. Im Fußball sieht man oft die Tore, die Vorlagen, die spektakulären Szenen. Weniger sichtbar sind die Wege ohne Ball, das Absichern, das Mitdenken.

Im Arbeitsalltag ist es genauso. Manche Menschen stehen oft im Rampenlicht. Andere halten Prozesse zusammen, klären Details, erinnern an Fristen, lösen Konflikte, bevor sie groß werden, oder sorgen dafür, dass andere überhaupt gut arbeiten können. Diese Leistungen gehen schnell unter, weil sie nicht immer messbar, präsentationsfähig oder besonders laut sind, aber dabei sind sie oft entscheidend. Vielleicht ist die WM also ein guter Anlass, im eigenen Team einmal genauer hinzusehen: Wer macht uns eigentlich besser, ohne ständig sichtbar zu sein? Wer hält den Laden zusammen, ohne jedes Mal Applaus zu bekommen? Wer denkt zwei Schritte weiter? Wer verhindert Probleme, bevor sie überhaupt jemand bemerkt?

Mini-Impuls für diese Woche

Stell dir dein Team einmal wie eine Mannschaft vor. Nicht, um Menschen in Schubladen zu stecken. Sondern um Rollen bewusster wahrzunehmen.

Wer bringt Tempo rein?
Wer behält den Überblick?
Wer stabilisiert?
Wer verbindet andere miteinander?
Wer erkennt Risiken früh?
Wer ist der Joker, wenn es eng wird?
Und welche Position ist vielleicht gerade gar nicht richtig besetzt?

Nimm dir diese Woche 15 Minuten für einen Team-Check. Manchmal braucht es keine komplett neue Mannschaft. Manchmal reicht schon eine bessere Aufstellung.

❓ How To

✅ Dein 15-Minuten-Team-Check

Mit dieser Checkliste findest du heraus, ob deine Aufstellung derzeit funktioniert oder ob es Zeit für Veränderung ist.

1) Sind die Rollen wirklich klar?

Frag dich:

  • Weiß jede Person im Team, wofür sie verantwortlich ist?
  • Gibt es Aufgaben, die ständig zwischen mehreren Personen hin- und herwandern?
  • Gibt es Themen, bei denen alle mitreden, aber niemand entscheidet?
  • Gibt es Menschen, die dauerhaft mehr Verantwortung tragen, als offiziell sichtbar ist?

Der Mini-Test:
Wenn du drei Personen im Team fragst, wer für ein bestimmtes Thema zuständig ist, sollten nicht drei unterschiedliche Antworten kommen. Falls doch: Da hakt die Aufstellung.

 

2) Wo verlieren wir unnötig Zeit?

Jedes Team hat seine kleinen Zeitfresser. Manche sind offensichtlich, andere tarnen sich als „Das machen wir schon immer so“. Schau auf die letzten zwei Wochen zurück:

  • Welche Aufgabe hat länger gedauert als nötig?
  • Wo gab es doppelte Arbeit?
  • Wo wurden Informationen gesucht, nachgefragt oder mehrfach verschickt?
  • Welche Abstimmung hätte eigentlich gar kein Meeting gebraucht?
  • Welcher Prozess fühlt sich jedes Mal schwerer an, als er sein müsste?

Der Mini-Test:
Vervollständige den Satz: „Es nervt jedes Mal, wenn wir …“ Die Antwort ist meistens ein ziemlich guter Hinweis.

 

3) Funktionieren unsere Prozesse oder retten uns einzelne Personen?

Das ist ein wichtiger Unterschied. Manche Abläufe funktionieren nur, weil eine bestimmte Person alles im Kopf hat, an Fristen erinnert, Informationen zusammensucht oder still im Hintergrund Dinge geradezieht. Frag dich:

  • Welche Aufgaben hängen stark an einzelnen Personen?
  • Was würde passieren, wenn diese Person zwei Wochen ausfällt?
  • Gibt es Wissen, das nicht dokumentiert ist?
  • Werden Prozesse wirklich vom System unterstützt oder nur durch Erfahrung, Zuruf und gute Nerven?

Der Mini-Test:
Wenn ein Prozess nur funktioniert, weil eine Person „das halt immer weiß“, ist es kein stabiler Prozess. Es ist ein sehr engagierter Mensch mit zu viel Verantwortung.

 

4) Wo fehlt Transparenz?

Ein gutes Team muss nicht alles wissen. Aber es sollte wissen, wo relevante Informationen zu finden sind. Prüfe:

  • Sind Aufgaben, Fristen und Zuständigkeiten für alle nachvollziehbar?
  • Wissen Teammitglieder, woran andere gerade arbeiten?
  • Gibt es einen gemeinsamen Überblick über offene Themen?
  • Werden wichtige Infos an einem Ort gesammelt oder leben sie verteilt in E-Mails, Chats, Excel-Listen und Köpfen?

Der Mini-Test:
Wie schnell findet eine neue oder vertretende Person die wichtigsten Informationen? Wenn die Antwort „Kommt drauf an, wen sie fragt“ lautet, ist noch Luft nach oben.

 

5) Wo brauchen wir einen taktischen Wechsel?

Nicht jeder Engpass muss sofort gelöst werden. Am Ende des Checks sollte klar sein:

  • Welches Thema kostet gerade am meisten Zeit oder Energie?
  • Was hätte den größten Effekt, wenn es besser laufen würde?
  • Was können wir diese Woche konkret anstoßen?
  • Brauchen wir klarere Zuständigkeiten, bessere Dokumentation, ein passenderes Tool oder einfach eine andere Abstimmung?

Der Mini-Test:
Formuliere einen nächsten Schritt so konkret, dass er nicht nach „Wir müssten mal“ klingt. Also nicht: „Wir sollten unsere Prozesse verbessern.“ Sondern: „Wir legen bis Freitag fest, wer Bewerbungen prüft, wer Rückmeldungen gibt und wo der aktuelle Stand dokumentiert wird.“ Oder: „Wir schauen uns ein Webinar zur digitalen Personalakte an, weil unsere Dokumentenablage gerade zu viel Suchzeit kostet.“

 

Das Ergebnis nach 15 Minuten:

Am Ende brauchst du keine perfekte Lösung. Es reicht, wenn du drei Dinge notierst:

1. Unser größter Engpass ist:

2. Das kostet uns aktuell Zeit und Nerven:

3. Unser nächster konkreter Schritt ist:

Wer beim Team-Check merkt, dass nicht die Menschen das Problem sind, sondern Prozesse, Systeme oder fehlende Transparenz, findet in unseren Webinaren praktische Impulse für den nächsten Schritt. Ob HR, ERP, Rechnungswesen, Warenwirtschaft, digitale Personalakte oder Weiterbildung: In unseren Online-Events zeigen wir kompakt und verständlich, wie sich Geschäftsprozesse besser aufstellen lassen.

Und weil WM ist: Für ausgewählte Kunden und Partner gibt es aktuell sogar ein kostenloses WM-Trikot zur Teilnahme an unseren Webinaren oder Online-Schulungen.

>> Hier geht’s zum Webinarkalender

Und damit sind wir für heute durch die Nachspielzeit. Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Ausgabe: Gute Teams entstehen nicht zufällig. Sie brauchen klare Rollen, funktionierende Prozesse und manchmal einfach den Mut, die eigene Aufstellung ehrlich zu hinterfragen. Also nimm dir diese Woche 15 Minuten, schau auf dein Team und starte mit einem konkreten nächsten Schritt.

Komm gut durch die Woche. ☀️

👋 Ciao und bis bald im Postfach,

Luisa

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