Wartung - nur eine Gelddruckmaschine für Softwarehersteller?

Oder leistet Wartung nicht auch einen signifikanten Beitrag, um Unternehmen Sicherheit zu geben und zum Beispiel vor enormen Schäden bei Systemausfällen zu schützen? So spricht unter anderem Springer Professional in einem Online-Artikel1 von einem „Millionenschaden durch IT-Ausfälle in Unternehmen“: „IT-Ausfälle kosten ein Unternehmen im Schnitt zigtausende Euro pro Stunde. Viele Unternehmen können den eigenen Schaden aber gar nicht beziffern.“

Erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag, aus welchen Komponenten Wartung besteht. Und welchen Nutzen daraus Unternehmen nicht nur bei Systemausfällen ziehen und warum sich die Kosten letztendlich rechnen.

Kauft ein Kunde Softwarelizenzen (zum Beispiel im Bereich ERP oder HR), so ist in der Regel der Abschluss eines Wartungsvertrags Pflicht. Wird die Software gemietet, d.h. ein Nutzungsvertrag geschlossen, so ist die Wartung in die monatliche Gebühr einkalkuliert. Wartung beinhaltet eine Reihe von Leistungen.

Komponenten und Nutzen des Wartungsvertrags

Bereitstellung von Hotfixes: Diese werden Anwendern fortlaufend als Live-Updates zur Verfügung gestellt. Sie dienen dazu, außerhalb von Updates und Upgrades Softwarefehler zu beheben und den Anwendern funktionelle Erweiterungen zur Verfügung zu stellen. Durch diese Live-Updates wird die tägliche Arbeit der Softwarenutzer in aller Regel nicht beeinträchtigt. Die Software ist immer auf dem Laufenden, zum Beispiel hinsichtlich der aktuellen Gesetzeslage.

Bereitstellung von Updates: Allgemein freigegebene Änderungen, einschließlich Ergänzung der Dokumentation, erhalten Kunden über ein Update in der Regel einmal je Kalenderjahr zur Verfügung gestellt. Zudem sind Anpassungen bei gesetzlichen Änderungen wie zum Beispiel Änderung der Lohnsteuersätze oder Format der Umsatzsteuer-Voranmeldung in der Wartung beinhaltet. Die eingesetzte Softwarelösung wird so stets auf einem modernen und möglichst ausfallsicheren Stand gehalten.

Bereitstellung von Upgrades: Technische Weiterentwicklungen und/oder funktionale Erweiterungen sind bei Upgrades im Rahmen der Wartung kostenfrei, sofern keine Änderungen der programmtechnischen Grundlagen (zum Beispiel Programmaufbau, Programmiersprache) und Funktionalitäten vorgenommen werden. Entscheidet sich der Hersteller am Ende des Lebenszyklus der Software (in der Regel nach sechs bis zehn Jahre) für ein Upgrade zum Beispiel aufgrund eines Technologiewechsels, so erhalten Kunden die neue Version zu stark vergünstigten Konditionen. Trotz der Schnellebigkeit in der IT können Anwender mit einem Upgrade bei der bewährten und vertrauten Softwarelösung bleiben.

Fehlerbehebung: Eine Software ist von Menschen gemacht und besteht aus Millionen Zeilen Programmiercode. Daher kann es passieren, dass sich Fehler (auch Bugs genannt) einschleichen. Über Hotfixes, Updates und Upgrades werden diese behoben – auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung. Zuvor müssen die Fehler gefixt, die entsprechenden Codezeilen neu programmiert, gegebenenfalls von Drittanbietern wie Microsoft geprüft und abschließend getestet werden. Das kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Durch die permanente Behebung von Softwarefehlern ist sichergestellt, dass die Software auf dem aktuellen Stand und möglichst gefeit gegen Systemausfälle ist.

„Versicherung“: Der Wartungsvertrag stellt auch eine Art „Versicherung“ dar. Eine innerbetriebliche Software ist in der Regel eingebettet in weitere Lösungen: Zum Beispiel den Microsoft SQL-Datenbank Server, externe Schnittstellen zu anderen Programmen (Banking, Dokumenten Managementsysteme wie DocuWare, Elo, etc.). Somit „versichern“ Anwender über einen Wartungsvertrag die Standardsoftware des jeweiligen Herstellers für das sichere Zusammenspiel mit anderen Softwarelösungen und –komponenten: Ähnlich wie bei einer Haftpflichtversicherung.

Erweiterung von Clients und Zusatzmodulen: Unternehmen mit einem aktiven Wartungsvertrag können jederzeit ihre bestehende Softwarelösung erweitern, zum Beispiel mit Clients oder Zusatzmodulen. Ansonsten wird bei Altversionen zunächst ein (kostenpflichtiges) Upgrade auf die neue Version benötigt. Die Lieferung von Clients oder Modulen beinhaltet immer die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Durch die Einbettung in die komplette Softwarelösung kann nicht für eine spezielle Erweiterung Garantie gegeben werden. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, Clients oder Zusatzmodule ohne bestehenden Wartungsvertrag zu kaufen. Dadurch, dass Anwender die bestehende Softwarelösung jederzeit hinsichtlich User und Funktionen erweitern können, sichern sie dauerhaft die Investition in die innerbetriebliche Softwarelösung.

Grundlage für Hotline und Support: Mit einem bestehenden Wartungsvertrag haben Softwarenutzer die Möglichkeit, ergänzend Verträge für Hotline und Support abzuschließen. Eigene Support-Center beim betreuenden Systemhaus bieten eine optimale Ergänzung zur Wartung. Somit können Anwender jederzeit Fragen zur Software stellen oder sich bei Problemen an das betreuende Systemhaus wenden, welches gegebenenfalls zur Problemlösung in Kontakt mit dem Softwarehersteller tritt.

Werthaltigkeit: Ein Wartungsvertrag sichert die Werthaltigkeit der im Unternehmen eingesetzten Softwarelösung und damit die getätigte Investition. Dazu zwei Beispiele: 1. Wirtschaftsprüfer fordern aktuelle Softwarelösungen. 2. Gemäß gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland kann jedes Unternehmen gekaufte Software an andere Unternehmen weiterverkaufen. Der Softwarehersteller ist jedoch nicht verpflichtet, eine wiederverkaufte Software mit einem Wartungsvertrag auszustatten. Der Verkauf von gebrauchter Software wird damit unterbunden.

Mit dem Wartungsvertrag auf der sicheren Seite

Wartung ist ein Leistungspaket mit vielen Komponenten. Da jedes Unternehmen andere Anforderungen hat, haben die jeweiligen Bestandteile oft einen unterschiedlichen Stellenwert. So enthält ein Wartungsvertrag nicht nur Leistungen hinsichtlich neuer Funktionen oder Fehlerbehebungen, sondern ist auch eine „Versicherung“ für das ordnungsgemäße Zusammenspiel von externen Softwarelösungen mit der jeweiligen innerbetrieblichen Software. Nicht zuletzt sichert Wartung die Werthaltigkeit der Software und damit die getätigte Investition.

Fest steht, dass im Rahmen der Wartung Softwarenutzer umfangreiche Leistungen erhalten, die eine große Sicherheit bieten. Selbst wenn Unternehmen nur die Kosten eines Systemausfalles betrachten und diese den jährlichen Kosten eines Wartungsvertrages gegenüberstellen, so lohnt sich ein Wartungsvertrag immer – nicht nur für Softwarehersteller, sondern für jedes einzelne Unternehmen.

 

 

1Quelle: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, 06.02.2018, https://www.springerprofessional.de/informationstechnik/risikomanagement/millionenschaden-durch-it-ausfaelle-in-unternehmen/15429886

DIE AUTOREN

Unser Autorenteam bestehend aus Julia (Marketing) und Johannes (Leiter Vertrieb) findet zunehmend Spaß daran, gemeinsam Blogbeiträge zu den Themen ERP, HR und IT-Infrastruktur zu schreiben und dabei das riesige Know-How der Fachabteilungen in eine „lesbare“ Form zu bringen.

zur Übersicht

Support

Support

Mo - Do: 9 - 12 Uhr | 13 - 16:30 Uhr
Fr: 9 - 12 Uhr | 13 - 15 Uhr

Zentrale: +49 89 2488350 00
ERP Support: +49 89 2488350 10
HR Support: +49 89 2488350 11

Remote Support mit TeamViewer Fernzugriff
mit TeamViewer