​​Fachkräftemangel? Nicht mit uns!

Der Fachkräftemangel ist heutzutage in aller Munde und stellt ein branchenübergreifendes Problem dar. Durch die Corona-Pandemie zwischenzeitlich aus dem Fokus geraten, ist der Mangel an Fachkräften nun relevanter als je zuvor. Politiker:innen debattieren regelmäßig darüber, wie Sie mit übergreifenden Maßnahmen intervenieren können. Was aber können Sie in Ihrem Unternehmen tun, um Fachkräfte zu werben und zu binden? Lassen Sie uns im Folgenden gemeinsam die verschiedenen Gründe für einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften identifizieren und erfahren Sie dazu, wie Sie dem konkret entgegenwirken können.

 

Was ist der Fachkräftemangel?

Zunächst ist die Definition des Begriffs „Fachkräfte“ nötig. Fachkräfte sind in der Regel voll ausgebildete Arbeitskräfte mit einem anerkannten akademischen Abschluss oder einer anerkannten Berufsausbildung (bpb, 2014). Die Beschäftigten haben die passenden Fachkenntnisse, um eine konkrete Stelle zu besetzen und die Stellenbeschreibung möglichst schnell in vollem Umfang zu erfüllen.

Ein Fachkräftemangel entsteht dann, wenn es mehr offene Stellen gibt als Fachkräfte, die diese besetzen können. Dabei ist es irrelevant, ob der Arbeitsmarkt quantitativ ausreichend Arbeitskräfte hergibt, wenn diese qualitativ nicht die erwartete Ausbildung und Fachkenntnisse mitbringen (ebd.). Es ist also zu unterscheiden zwischen einem Fachkräftemangel und einem Arbeitskräftemangel. Neben einer hohen Anzahl an offenen Stellen kann der der Mangel an Fachkräften auch die Dauer der sogenannten „Time to Hire“ – der Zeit, bis Sie offene Stellen besetzen können - erhöhen.

Der Grund für einen Fachkräftemangel ist insbesondere der demografische Wandel. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung gibt eine Prognose der Entwicklung der Bevölkerungspyramide bis ins Jahr 2060 ab. Überstieg die Anzahl der Geburten in den letzten Jahrzehnten noch die Anzahl der Sterbefälle, so dreht sich die Entwicklung zunehmend um (bib, 2019). Die Konsequenz dieses Phänomens ist, dass weniger junge, ausgebildete Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, die mit ihren Qualifikationen den Mangel ausgleichen könnten. Gleichzeitig gehen immer mehr qualifizierte Arbeitnehmer:innen in die altersbedingte Rente, was eine Lücke im Personalbestand hinterlässt.
 

Was sind die Auswirkungen des Fachkräftemangels?

Laut einer Studie von Dr. E. Ahlers und V. Quispe Villalobos geben über die Hälfte der befragten Betriebs- und Personalräte an, kein geeignetes Personal für ihre offenen Stellen zu finden (Ahlers; Quispe Villalobos, 2022). Betroffen sind derzeit insbesondere die öffentlichen Dienstleistungen, das Gesundheitswesen und die Baubranche. Neben den Positionen für Fachkräfte sind auch Ausbildungsplätze stark betroffen.

Der Mangel an qualifiziertem Personal führt dazu, dass die Arbeitnehmer:innen Mehrarbeit leisten müssen und damit zunehmendem Stress ausgesetzt sind. Dies wirkt sich auf das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung aus. Beide sinken mit der Zeit zunehmend, sodass die Arbeitnehmer:innen unzufrieden werden und gegebenenfalls ihre:n Arbeitgeber:in wechseln.

Laut dem Fachkräftebarometer der ifo (Stand Mai 2022) führt der Fachkräftemangel dadurch zu einer Einschränkung der wirtschaftlichen Tätigkeit bei ca. 40 Prozent der Unternehmen. Der Mangel an Fachkräften hat sich während der Corona-Pandemie sogar noch erhöht (Müller, 2022). Lieferketten können beispielsweise nicht eingehalten werden, da das Personal fehlt.

Nicht zuletzt werden aufgrund der fehlenden gut ausgebildeten Mitarbeiter auch die Gehälter in die Höhe getrieben. Dies begründet sich darin, dass der Wettbewerb um die Fachkräfte steigt und Unternehmen sich u. a. mit monetären Motivatoren überbieten. Die prognostizierte Lohnsteigerung im Jahr 2022 betrug zwischen 4,6 und 4,9 Prozent, je nach Position (Freuding, Julia; Garnitz, Johanna, 2022).

 

DPS|BS Forum 2022 - Fachkräftemangel - nicht mit uns!

Wie können Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen?

Ein Hauptpunkt in der politischen Debatte zur Eindämmung des Fachkräftemangels ist die Vereinfachung der Einwanderungsregularien und der Anerkennung von Abschlüssen (Tagesschau, 2022b). Dadurch kann die Auswahl an Fachkräften mit anerkannten Ausbildungshintergründen erhöht werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass Unternehmen humane Arbeitsbedingungen bieten und faire Löhne zahlen (Ahlers; Quispe Villalobos, 2022). Dieser Rahmen muss geschaffen werden, um Arbeitnehmer:innen vor gesundheitlichen, existentiellen und sozialen Problemen zu schützen.

Ein großes Potenzial liegt zudem in der verbesserten Einbindung von jungen Eltern und älteren Beschäftigten sowie in der (Wieder)-Eingliederung von langzeitig erkrankten Arbeitnehmer:innen. Durch eine Erhöhung der Work-Life-Balance werden Arbeitsplätze gerade für junge Eltern wieder attraktiver, welche für viele Fachkräftepositionen hervorragend ausgebildet sind. Flexible Arbeitszeiten und ein Angebot von unternehmenseigenen Kitaplätzen können das Arbeitsfeld attraktiver machen (Ahlers; Quispe Villalobos, 2022) und zum Abbau des Fachkräftemangels in Ihrem Unternehmen führen.

Doch weder Mitarbeiterbindung noch Zuwanderung decken den Bedarf an Fachkräften. Dadurch nimmt einen weiteren entscheidenden Stellenwert in der Gewinnung von Fachkräften die Aus- und Weiterbildung ein.

 

Mit Aus-, Um- und Weiterbildungsmaßnahmen dem Fachkräftemangel trotzen

Unternehmen sollten das Heft selbst in die Hand nehmen und auf Aus-, Um- und Weiterbildungsmaßnahmen setzen. Laut einer Umfrage innerhalb des Projekts „Bildungsbarometer“ des ifo Instituts von 2022 sind 72 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass der Bedarf an beruflicher Weiterbildung aufgrund des Strukturwandels steigt (ifo, 2022). Auch formt sich basierend auf dieser Umfrage ein klares Bild darüber, dass zielführende Inhalte vor allem von den Arbeitnehmer:innen selbst vorgeschlagen werden sollten. Die Kosten sollen aber von Arbeitgeber:innen getragen werden. Die Studie gibt auch Auskunft über das allgemein wichtigste Themengebiet im Bereich der Weiterbildung: Digitale Kompetenzen.


Unternehmen können durch eine gezielte Aus- und Weiterbildung Arbeitskräfte zu Fachkräften formen (z. B. Auszubildende). Auch ältere Beschäftigte müssen in den Weiterbildungsprozess einbezogen werden. Diese haben tiefgreifende Kenntnisse des Unternehmens und der internen Prozesse. Allerdings werden sie bei den Weiterbildungsmaßnahmen oft ausgelassen. Dabei ist es wichtig, gerade die Fachkräfte durch Schulungen im Bereich der digitalen Kompetenz mitzunehmen und ihre Expertise in der Schulung zukünftiger Fachkräfte zu nutzen (Ahlers; Quispe Villalobos, 2022). Auch über einen langen Zeitraum erkrankte Arbeitnehmer:innen können Fachkräftepositionen durch die richtigen Eingliederungsmaßnahmen inklusive entsprechender Weiterbildungen schnell füllen.

Allerdings spielen bei der Aus- und Weiterbildung auch die personellen Ressourcen eine wichtige Rolle und müssen daher einkalkuliert werden.

 

Wie können Fachkräfte mit wenigen Ressourcen weitergebildet werden?

Zur Umsetzung sind Unternehmen darauf angewiesen, eine geeignete Plattform zu bieten. Diese Plattform kann in Form eines Mentorings gegeben werden, wodurch eine zielführende Wissensweitergabe gewährleistet wird. Gleichzeitig ist dies eine 1:1-Lösung – pro Mentee wird ein Mentor benötigt. Somit wäre der personelle Aufwand hier sehr hoch.

Alternativ sind Online-Plattformen einsetzbar, die einmalig aufgesetzt werden und deren Inhalte dann zeit- und ortsunabhängig abzurufen sind. Die Digitalisierung spielt hier eine große Rolle, um Inhalte zeitgemäß darzustellen und schnell zu verbreiten. Durch eine schnelle Einarbeitung und Weiterbildung werden neue und bestehende Mitarbeiter:innen vorbereitet und Ihr Unternehmen kann dem allgemeinen Fachkräftemangel  trotzen.

Punktuell können hier Arbeitnehmer:innen Ihres Unternehmens einbezogen werden, um fachliche Inhalte in Form von Videos und Texten zu produzieren. So können neben Pflichtschulungen und Informationen zum Unternehmen auch fachliche Kompetenzen erworben werden. Dabei ist es wichtig, dass die Arbeitnehmer:innen einfach, schnell und gezielt auf die Inhalte zugreifen und ihre Erfolge einsehen können. Die Vergabe von Zertifikaten oder ein virtueller Glückwunsch zur absolvierten Online-Schulung sind gern gesehene Begleiter, welche die Motivation fördern. Vorteilhaft ist es zudem, wenn die Online-Plattform verschiedene Möglichkeiten zur Wissensweitergabe bietet: Abbildung von Videos, PDFs, E-Learnings, Quiz, Live-Online-Schulungen, Präsenzschulungen, etc..

Profitieren Sie so von dem Wissen, welches sich bereits in Ihrem Unternehmen befindet. Halten Sie die Inhalte gezielt fest, um dann neue Führungskräfte ressourcensparend aus- und weiterbilden zu können bzw. neue Fachkräfte mit Ihrem Weiterbildungskonzept zu gewinnen.

 

Qualifizierung Ihrer Arbeitnehmer:innen mit DPS BS

Moderne Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten wir Ihnen auch als DPS BS. Neben vielen Seminaren – offline und online in unserer Akademie – bietet unser Campus ein umfassendes Angebot an e-Learning-Modulen. Sie wollen im kaufmännischen Bereich Mitarbeiter einarbeiten? Hierzu startet ebenfalls eine Vielzahl an Seminaren. Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gern unter akademie@dps-bs.de.

 

 

Quellen

Ahlers, Elke; Quispe Villalobos, Valeria (2022): Fachkräftemangel in Deutschland: Befunde der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung, WSI Report, No. 76, Hans-Böckler-Stiftung, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI), Düsseldorf

Bpb (2014); Stand: 13.09.2022

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2019); Stand: 14.09.2022

Freuding, Julia; Garnitz, Johanna (2022): Steigende Löhne, akuter Fachkräftemangel und die Mindestlohnerhöhung: Die Personalpolitik 2022, ifo Schnelldienst, ISSN 0018-974X, ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, München, Vol. 75, Iss. 01, pp. 49-51

Ifo (2022); Stand: 13.09.2022

Martin Müller (2022): Trotz Pandemie und Ukraine-Krieg: Wachsende Nachfrage verstärkt Fachkräftemangel; KfW-ifo-Fachkräftebarometer Mai 2022

Tagesschau (2022a); Stand: 13.09.2022

Tagesschau (2022b); Stand: 13.09.2022

 

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